Sowohl im Buddhismus als auch in den westlichen Religionen ist die „Ordination“ die formelle Anerkennung durch eine religiöse Autorität, dass sich eine Person dauerhaft und uneingeschränkt in den Dienst der Religion und der Religionsgemeinschaft gestellt hat.

Die bekannteste Form der buddhistischen Ordination ist die klösterliche. Das Mönchtum ist die institutionelle Form, die Sutrayana, den Weg der Entsagung, stützt.

Weniger bekannt ist die buddhistische Institution der Vajrayana-Ordination, die dem Pfad der Transformation dient. Obwohl die Vajrayana-Ordination bereits seit weit über einem Jahrtausend existiert, ist sie selbst in Asien nicht mehr weit verbreitet. Der Aro gTér ist eine der wenigen Linien im Westen, die die Vajrayana-Ordination verleihen.

Im Gegensatz zur klösterlichen Ordination sind mit der Vajrayana-Ordination keine Gelübde der Ehelosigkeit, Enthaltsamkeit oder Armut verbunden. Ordinierte Tantrikas dürfen heiraten und Kinder haben. Sie können weltlichen Berufen nachgehen. Im Vajrayana geht es um die Transformation aller Erfahrungen und nicht um den Rückzug aus der Welt. Familie und Beruf nehmen daher eine zentrale Stellung in der Praxis ein. Diese Ordination ist der klösterlichen Ordination nicht untergeordnet – sondern steht ihr gleichberechtigt zur Seite. Die Gelübde des Vajrayana sind primär auf die Wahrnehmung ausgerichtet und daher subtiler und schwieriger einzuhalten als klösterliche Gelübde.

Die Vajrayana-Ordination beinhaltet – ebenso wie die klösterliche Ordination – unwiderrufliche Gelübde, zum Wohle anderer zu handeln. Zu diesen zählt das Gelübde zu lehren – wenn und wie es angemessen ist. Biografien der ordinierten Aro gTér-Lehrerinnen und -Lehrer finden sich an anderer Stelle auf dieser Website.

Eine Ordination in der Aro gTér-Linie ist erst nach mindestens fünf Jahren intensiver Praxis und intensiven Studiums als Apprentice möglich. Zu den Voraussetzungen zählen beständige tägliche Meditation, das Absolvieren mehrerer Mantra-Zyklen, eine Form des Dienstes für die Linie, neun Prüfungen zu Praxis, Theorie und Geschichte des Vajrayana-Buddhismus sowie mindestens neun Wochen Einzelretreat.

Das bloße Erfüllen dieser formalen Voraussetzungen reicht für einen Ordinationskandidaten nicht aus. Eine glühende Entschlossenheit zu praktizieren ist die wesentliche Voraussetzung.

Bei allen Veranstaltungen des Aro gTér wirst Du ordinierte Tantrikas antreffen. Sie tragen charakteristische, traditionelle Roben und yogische Ornamente, wobei ihre weißen Röcke und ihr ungeschnittenes Haar am auffälligsten sind. Sie stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung.